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Klassifizierung und Abmessungen von Kanalstahlmaterialien

Aufrufe: 7458     Autor: Site-Editor Veröffentlichungszeit: 13.08.2026 Herkunft: Website

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Definition und Kerneigenschaften von Kanalstahl

Kanalstahl, auch U-Kanal oder C-Kanal genannt, ist ein langer Stahlstreifen mit U-förmigem oder C-förmigem Querschnitt, der als Stahlprodukt mit komplexem Querschnitt klassifiziert wird. Seine charakteristische Geometrie besteht aus einem vertikalen Steg mit zwei horizontalen Flanschen, die von derselben Seite abstehen und ein wannenartiges Profil bilden. Dieses Querschnittsdesign bietet ein hervorragendes Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht und macht U-Stahl zu einem bevorzugten Material im Baugewerbe, im Maschinenbau und im Fahrzeugbau. Die offene Kanalform verfügt außerdem über eine flache Rückseite des Stegs, die eine einfache Verschraubung oder Verschweißung mit anderen Strukturelementen erleichtert. Kanalstahl wird hauptsächlich durch Warmwalzen hergestellt, wobei Rohmaterialbarren aus Kohlenstoffbaustahl mit einem Kohlenstoffgehalt von nicht mehr als 0,25 % oder niedriglegierten Stahlbarren bestehen. Das Material muss über gute Schweiß- und Nieteigenschaften sowie umfassende mechanische Eigenschaften verfügen, um den Anforderungen struktureller Anwendungen gerecht zu werden.

Klassifizierung von Kanalstahl nach Produktionsmethode und Profiltyp

Kanalstahl lässt sich je nach Herstellungsverfahren in zwei Hauptkategorien einteilen: warmgewalzte Kanäle und kaltgeformte Kanäle. Warmgewalzte Kanäle werden hergestellt, indem Stahlbarren auf hohe Temperaturen erhitzt und durch Walzwerke geführt werden, um den gewünschten U-förmigen Querschnitt zu erhalten. Kaltgeformte Kanäle werden durch Biegen flacher Stahlbänder bei Raumtemperatur durch eine Reihe von Formwalzen hergestellt und können weiter in gleichseitige Kanäle, ungleichseitige Kanäle, innengewickelte Kanäle und außengewickelte Kanäle unterteilt werden. Innerhalb der warmgewalzten Kategorie werden Kanäle weiter nach Flanschgeometrie klassifiziert. C-Kanäle nach amerikanischem Standard verfügen über konische Innenflanschflächen mit einer Neigung von etwa 16,67 % (2-in-12), während MC-Kanäle (Miscellaneous Channels) breitere oder tiefere Flansche haben, die außerhalb der Standardproportionen der C-Serie liegen. Zu den europäischen Kanälen gehören UPN-Profile mit konischen Flanschen und UPE-Profile mit parallelen Flanschen. Chinesische Standards klassifizieren Kanäle als gewöhnliche Kanäle und Lichtkanäle (gekennzeichnet mit „Y“), mit festgelegten Innenbogenradien für Beinkanten.

Amerikanische Standardkanalgrößen: C-Abschnitte und MC-Abschnitte

Nach dem amerikanischen Standardsystem (ASTM A6/AISC) werden Strukturkanäle durch den Buchstaben „C“ (für Standardkanäle) oder „MC“ (für verschiedene Kanäle) gekennzeichnet, gefolgt von der Nenntiefe in Zoll und dem Gewicht pro Fuß in Pfund. Beispielsweise bezeichnet C8×11,5 einen Kanal mit einer Nenntiefe von 8 Zoll und einem Gewicht von 11,5 Pfund pro Fuß. C-Kanäle werden in Tiefen von 3 bis 15 Zoll hergestellt. Zu den gängigen C-Kanalgrößen gehören C3×4,1 (3,00 Zoll tief, 1,410 Zoll Flanschbreite, 0,170 Zoll Stegdicke) bis C15×50 (15 Zoll tief, 3,716 Zoll Flanschbreite, 0,716 Zoll Stegdicke). MC-Kanäle bieten breitere Flanschoptionen für höhere strukturelle Anforderungen; gängige Größen reichen von MC6×12 bis MC18×58. Für metrische Anwendungen sind C-Kanal-Abmessungen auch in Millimeter-Angaben erhältlich. C75×6 hat beispielsweise eine Tiefe von 76 mm, eine Flanschbreite von 35 mm und wiegt 5,9 kg/m; C150×12 hat eine Tiefe von 152 mm, eine Flanschbreite von 51 mm und wiegt 12,2 kg/m; und C380×74 hat eine Tiefe von 381 mm, eine Flanschbreite von 95 mm und wiegt 74 kg/m.

Europäische Standardkanalgrößen: UPN- und UPE-Profile

Europäische Normen (EN 10279 und EN 10365) definieren zwei primäre Kanalprofile: UPN (konische Flanschkanäle) und UPE (parallele Flanschkanäle). UPN-Kanäle haben einen U-förmigen Querschnitt mit konischen Innenflanschen und leicht nach außen gerichteten Flanschspitzen, wodurch das Material effizient verteilt wird, um Gewicht und strukturelle Leistung auszugleichen. Der Größenbereich für UPN-Kanäle reicht von UPN 50 bis UPN 400, wobei die Zahl die Nenntiefe in Millimetern angibt. Die Stegdicke für UPN-Profile liegt typischerweise zwischen 6 und 8,5 mm. UPE-Kanäle haben den gleichen U-förmigen Querschnitt, verfügen jedoch über parallele Flansche, die Schraub- und Schweißverbindungen vereinfachen und die Montagezeit vor Ort verkürzen. UPE-Profile reichen von UPE 80 bis UPE 400 mit Stegdicken von 4,5 bis 5,2 mm. Die konische Flanschgeometrie der UPN-Kanäle bietet ein schlankes Profil, das für architektonisch freiliegende Stahlkonstruktionen geeignet ist, während die flachen Flansche der UPE-Kanäle sie ideal für Anwendungen machen, die eine präzise Passung und zahlreiche Träger-Kanal-Verbindungen erfordern.

Chinesische Standardkanalgrößen: GB/T 707-Spezifikationen

Gemäß der chinesischen nationalen Norm GB/T 707 wird Kanalstahl durch Modellnummern gekennzeichnet, die die Nennhöhe in Zentimetern angeben. Beispielsweise hat ein „5#“-Kanal eine Nennhöhe von 50 mm, wobei die entsprechende Flanschbreite und Stegdicke in der Norm angegeben sind. Der Größenbereich umfasst Modelle von 5# bis 40#, mit gängigen Abmessungen wie: 5# (50 mm Höhe, 37 mm Flanschbreite, 4,5 mm Stegdicke), 6,3# (63 mm Höhe, 40 mm Flanschbreite, 4,8 mm Stegdicke), 8# (80 mm Höhe, 43 mm Flanschbreite, 5 mm Stegdicke) und 20# (200 mm Höhe, 73 mm Flanschbreite, 7 mm Stegdicke). Innerhalb derselben Höhenbezeichnung gibt es typischerweise mehrere Varianten, die durch Buchstaben wie „a“ und „b“ unterschieden werden, die unterschiedliche Flanschbreiten und Stegdicken darstellen. Der japanische Industriestandard JIS G3192 spezifiziert Kanäle der SHF-Serie, wobei SHF100 eine Höhe von 100 mm, eine Flanschbreite von 50 mm und eine Stegdicke von 5 mm aufweist. Chinesische Kanäle werden im Hinblick auf Kosteneffizienz bei Infrastrukturanwendungen priorisiert, während JIS-Kanäle auf Erdbebensicherheit optimiert sind. GB-Standardkanäle sind in Längen von typischerweise 6 bis 12 Metern erhältlich.

Materialqualitäten und Qualitätsstandards

Rinnenstahl wird je nach regionalen Normen und Anwendungsanforderungen aus verschiedenen Materialqualitäten hergestellt. Gemäß ASTM-Standards ist ASTM A36 die am häufigsten spezifizierte Güte für strukturelle Kohlenstoffstahlkanäle. Sie bietet eine Mindeststreckgrenze von 36 ksi (250 MPa) und eine Zugfestigkeit von 58–80 ksi (400–550 MPa) bei einem maximalen Kohlenstoffgehalt von etwa 0,26 %. Für höhere Festigkeitsanforderungen ist ASTM A572-50 (50 ksi Streckgrenze) eine gängige Alternative. Weitere verfügbare Qualitäten sind ASTM A529-50, A529-55 und A992. Nach europäischen Standards gehören zu den gängigen Sorten S235JR, S275JR und S355JR . Chinesische Normen spezifizieren Qualitäten wie Q235, Q235B und Q345B . Japanische und andere internationale Standards umfassen die Sorten SS400 und SM400 . Für Edelstahlanwendungen sind Kanalabschnitte in den Güten 201, 304, 316 und 316L erhältlich. Die Auswahl der Materialqualität hängt von der erforderlichen Streckgrenze, der Umweltbelastung, der Schweißbarkeit und den Kostenüberlegungen für jede spezifische Anwendung ab.

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